nicht mehr janalog unterwegs?

janalog-unterwegsMir wurde gerade beim überfliegen älterer Beiträge bewusst, dass ich nun seit dem März 2018 keine „janalog unterwegs“ Beiträge mehr geschrieben habe. Da es letztes Jahr eine Pause durch die BILD___reise gab, kam es zu einer unüberwindbaren Unterbrechung. Doch ich frage mich selbst, wieso ich es nicht wieder aufgenommen habe? Gerade seit dem Beginn meines Fotografie-Studiums habe ich einige Ausstellungen angesehen, doch darüber nicht wirklich etwas geschrieben. Nicht einmal über das letzte fineartforum, da gab es nur eine kleine Ankündigung.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann taucht eigentlich nur ein Grund dafür auf: Ich habe keine Lust. Also, keine Lust darüber zu schreiben – Ausstellungen besuche ich auch weiterhin sehr gerne. Doch da ich nun in NRW wohne und hier eine ziemlich große Dichte an Ausstellungen habe, ist es nichts besonderes mehr. Als ich noch gearbeitet habe, da bin ich oft am Wochenende irgendwo in Deutschland hingefahren um Ausstellungen, Veranstaltungen oder Menschen zu besuchen.

Gerade letzteres habe ich letztes Jahr 9 Wochen am Stück gemacht, was eine tolle Erfahrung war. Doch wie ich schon an anderer Stelle schrieb, ich bin gerade irgendwie nicht sehr nach außen gerichtet. Das fällt evtl durch die zeitlichen Lücken hier im Blog auf. Mal schauen ob und was da noch kommen wird…..

Bilderflut

Ich fühle mich gerade, als würde ich in meiner ganz persönlichen Bilderflut untergehen. Wie spontane Regenschauer, ja gar Gewitter, prasseln die Bilder anstelle von Tropfen auf mich herunter.
Es sind nicht immer Neue, sondern es verhält sich wie ein Wasserkreislauf – nur, naja, doch etwas anders.

Neulich wollte ich mir ein Mantra auferlegen: Keine neuen Fotos, bis die alten verarbeitet sind. Doch so ganz wollte das nicht klappen – ich kann doch nicht nicht fotografieren! Denn wenn ich es nicht tue, dann nagt das schlechte Gewissen an mir.
Ich habe mein Fotografie-Studium im Nacken und irgendwie dadurch besonders das Gefühl produzieren zu müssen. Nicht nur neues Material auf Film, sondern auch Abzüge der vielen angehäuften Negative. Fotografieren, Entwickeln, Belichten, Fotografieren, Entwickeln, Bel…..
Doch es fällt mir schwer!
Ich gehe in die Dunkelkammer und printe auf meist kleines Papier. Zwar freue ich mich schon über die Resultate, aber gerade fehlt mir der Sinn dahinter.
Ich sitze in einem tollen Boot voller Möglichkeiten, dem Fotolabor, doch fehlt mir der (richtige) Kurs. Es ist ein zielloses herumirren, bei welchem ich ab und an auf Inseln stoße – doch richtiges Land ist nicht zu sehen.
Der Wasserspiegel im Boot steigt kontinuierlich. Ich brauche ein Ziel und Klarheit im Kopf um den Wasserstand zu senken. Das Studium als Sinn alleine reicht nicht aus, denn dieses hat mich erst ins große Meer gesetzt. Davor hatte ich mein kleines Boot auf einem See und dadurch das Land bzw. Ufer eher im Blick.

Auf zu neuen Ufern! Wie sehr ich mir dies jahrelang gewünscht habe. Vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig und muss lernen diese Situation auszuhalten, das man eben eine gewisse Zeit für die Reise braucht, bis man Land sieht.
Ich könnte mich jedoch gerade vor lauter Bildern übergeben und habe keine Ahnung wie ich diese Seekrankheit akut in den Griff bekommen kann.

BILD____reise – Vor einem Jahr

bildreise_logo

Gestern vor einem Jahr startete ich meine BILD___reise, welche insgesamt 9 Wochen dauerte. Zwar kommt es mir vor, als wäre es noch länger her. Vor allem die Kontate zu den Menschen, welche ich kennen lernen durfte fühlen sich an, als würden diese schon viel länger dauern.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal für all die Er- sowie Verfahrungen danken, es war eine wirklich tolle Zeit.
Rückblickend war es jedoch auch ziemlich anstrengend immer im Mittelpunkt der jeweiligen Aufmerksamkeit zu stehen. Alle paar Tage von Neuem. Es drehte sich quasi immer um mich, meine Fotografie sowie dem Projekt. Zwar stehe ich gerne im Mittelpunkt, jedoch war das vor allem nach der Reise so eine spezielle Sache, ich musste mich erstmal wieder erden. Es ging nicht mehr um mich, mein Alltag hatte mich wieder und ich musste diesen wieder alleine organisieren.
Es war für mich und meine Entscheidungsunfreudigkeit sehr bequem, mich in die jeweils gegebenen Strukturen der Gastgeber ein bisschen fallen zu lassen. Ich hatte einen Rahmen in welchem ich agierte und Zuhause war ich wieder komplett frei und hatte zum Teil ein sehr großes Problem damit.

Inzwischen hat sich alles wieder eingependelt, doch bin ich gerade eher sehr zurückhaltend was sich Fototreffen, größere Fotografen-Ansammlungen und Neubegegnungen betrifft. Vielleicht hat es etwas mit dem Studium zu tun und auch mit der BILD___reise. Doch ich mag es gerade gerne etwas ruhiger und kann nicht mehr so viel über Fotografie reden. Nicht in dem Rahmen des „neuen Kennenlernens“, bei welchem man selbst immer die relativ ähnlichen Gespräche hat.
Das geht gerade nicht mehr.

Ich freue mich trotzdem über die kommende Zeit, in welcher ich jeden Tag für mich selbst über den jeweiligen Tag vor einem Jahr ein bisschen nachdenken werde. Mal schauen was für Erkentnisse ich daraus noch ziehen werde.