„Ich sehe was, das du nicht siehst“

Alles hat damit angefangen, dass der Marco so wenig fotografiert. Zwar bin ich selbst sehr wählerisch und motivschwierig, doch wenn ich anderen schöne und ihnen noch unbekannte Orte zeige, dann wundert mich dieses „nicht-fotografieren“ durchaus. Klar sind diese Gedanken irgendwie komisch und meiner Einstellung komplett entgegengesetzt, doch da ich diese habe musste ich einfach handeln.

Die Grundidee basiert auf der Halbformatkamera, welche sich gerade bei mir in „Pflege“ befindet. Da es bei Marco durchaus sehr lange dauern kann, bis dieser einen KB-Film voll hat, fand ich es reizvoll ihn mit der doppelten Bildladung zu konfrontieren. Er sollte diesen Film mit den circa 72 Bildern in einem Tag durchziehen (voll machen).

Ich bin zwar eine Verfechterin des überlegten Bildes, doch ein bisschen Seh- und Fotografiegymnastik kann ab und zu nicht schaden. Es soll ja auch kein wahlloses Drauflosgeknipse sein, sondern als Außeinandersetzung mit Motiven, welche man eigentlich (freiwillig) nicht fotografieren würde, gesehen werden. Gerade dazu finde ich diese Kamera genial, denn die entstehenden Bilder sind nicht teuer und es fotografiert sich mit dieser Kamera einfach recht locker und flockig – aber trotzdem anders als digital. Schussendlich haben wir die ursprüngliche Idee etwas abgewandelt bzw. weitergesponnen. Es wurde ein fotografisches „Ich sehe was, das du nicht siehst“ daraus. Wir zogen gemeinsam durch die Straßen von Berlin, er mit und ich ohne Kamera. Jedes Mal wenn ich etwas für mich interessantes sah, sagte ich mein kleines Sprüchlein, guckte in die entsprechende Richtung und/oder gab ein oder mehrere Motivtipps. Ich war sehr auf die Ergebnisse gespannt und darauf wie sehr unsere Sehweisen sich unterscheiden bzw. die Bilder welche ich in meinem Kopf hatte.

Ich möchte hier selbst nicht als bessere oder allwissende Fotografin auftreten, sondern sehe es als gegenseitiges Lernprojekt und als Motivation mal von den eingestampften Gewohnheiten und Sichtweisen abzukommen. Denn die Fotografie sollte nicht immer so furchtbar bitterernst sein. Das wird mir viel zu oft so gehandhabt. Manchmal, so finde ich es zumindest, sollte man auch einfach sein Hirn ausschalten und tun – daraus entstanden für mich persönlich schon so viele gute Erfahrungen.

Eine kleine Meinung vom Marco Wittkopf :

„Ich sehe was, das du nicht siehst. Ich fotografiere ja nicht alles. Aber wenn man mal dazu getrieben wird durch die Augen oder den Sucher eines anderen zu schauen, eröffnen sich einem eine Palette an Motiven, an welche man vorher nie gedacht hätte. Ich kann im nachhinein sagen, dass ich dadurch mehr gelernt habe als durch jede andere Aktion. Jetzt entdecke ich auch beim spazieren viel mehr Motive als vorher. Danke dafür“

Analoge Fotografie DE/AU/CH

In der „die analoge Fotografie lebt“-Gruppe auf Facebook entstand gestern eine google-Karte, bei welcher sich jeder (mit einem Google-Account) anmelden kann, welcher Lust auf gemeinsame Fotoausflüge hat. So hat man einen kleinen Überblick ob und wen es in der eigenen Ecke gibt. Die Aktion kommt mir ziemlich entgegen, da ich ja selbst ziemlich viel unterwegs bin und so auch mal Leute direkt anschreiben kann.

Neben privaten Fotografen finden sich jedoch auch schon einige Dienstleister, Museen und Events auf der Karte.

analogkarte

Wer kein google-Konto besitzt und trotzdem auf der Karte stehen mag, der kann sich mit Name, PLZ und E-Mailadresse direkt an mich wenden.

 

Die Boxerei

janalog-ausgeliehen

Letztes Jahr besaß ich ein paar Monate lang eine Box Tengor, welche mir irgendwann im Sommer auf einer Tour geschenkt wurde. Nach meinem Ausflug mit der Bilora Box und der Lektüre eines Boxkamera-Buches musste ich diese Box einfach mal ausführen und sagte dadurch auch nicht Nein zu diesem Angebot.

Schlussendlich zog ich nur einen Film auf einem „Fotowalk“ irgendwo in Hessen (Wetzlar?) durch, welchen ich zwischendurch verbummelte und nun erst wieder gefunden habe. Inzwischen ist die Box in neuen Händen, da diese mich mit ihrem „Gesicht“ immer so vorwurfsvoll ansah! Die Kamera konnte nicht in meinem Regal stehen bleiben, da ich sie nicht mehr genutzt hätte.

tengor_5_klein

tengor_4_klein

Station 23: S-Fellbach und Esslingen

janalog-unterwegs

Am letztem Wochenende fand die Fotobörse in Stuttgart-Fellbach statt. Eigentlich hätte ich diese ignoriert, denn was brauch ich schon? Genau, nichts! Doch da noch einige andere Analogfotografen aus der „die analoge Fotografie lebt“-Facebook-Gruppe angekündigt waren und das ganze zu einem Treffen mutierte, machte ich mich also am Sonntag auf den Weg dort hin.

Ein bisschen Geld hatte ich in meiner Tasche, denn natürlich konnte ich schlussendlich nicht nichts kaufen. So wechselte ein bisschen wunderhübsches und hundert Jahre altes Altpapier sowie ein Stereo-Slider für die Rolleiflex in meinen Besitz über.

altpapier

Danach ging es weiter nach Esslingen um dort die Altstadt auf Film festzuhalten. Zwar war die ganze Aktion durchaus eine kleine Materialschlacht und wir waren alles andere als unauffällig, doch es war ziemlich nett die Leute zu beobachten und den Gesprächen zu lauschen. Ich bedauere es ein bisschen mein Tonaufnahmegerät nicht dabei gehabt zu haben um diese aufzunehmen. Denn animiert vom tollen Wetter schienen einige Menschen durchaus analogen Redebedarf zu haben, was bestimmt auch den zwei auffälligen Großformatkameras geschuldet (oder zu verdanken) war.

Danke für den tollen Tag, auch wenn ich so gut wie nicht fotografiert habe. Aber das ist nicht besonders schlimm.

Lichtdruck – Offizin Darmstadt bei Kickstarter

Kickstarter Offizin Darmstadt

Kickstarter, Stand: 23.02.2017

 

Die „Jungs“ von der Offizin Darmstadt sind nun auf Kickstarter und ich drücke ihnen alle Daumen, inklusive Zehen, für einen Erfolg! In den bisher tollen Räumlichkeiten, welche ich vor einigen Monaten besuchen durfte, klafft nämlich noch eine offene Wunde: Die Maschine fehlt! Diese soll nämlich noch in die Offizin umgesiedelt werden, was eine durchaus große Herausforderung, vor allem finanzieller Natur, darstellt. Mehr darüber auf deren Homepage oder der Kickstarter-Seite.