Die Boxerei

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Letztes Jahr besaß ich ein paar Monate lang eine Box Tengor, welche mir irgendwann im Sommer auf einer Tour geschenkt wurde. Nach meinem Ausflug mit der Bilora Box und der Lektüre eines Boxkamera-Buches musste ich diese Box einfach mal ausführen und sagte dadurch auch nicht Nein zu diesem Angebot.

Schlussendlich zog ich nur einen Film auf einem „Fotowalk“ irgendwo in Hessen (Wetzlar?) durch, welchen ich zwischendurch verbummelte und nun erst wieder gefunden habe. Inzwischen ist die Box in neuen Händen, da diese mich mit ihrem „Gesicht“ immer so vorwurfsvoll ansah! Die Kamera konnte nicht in meinem Regal stehen bleiben, da ich sie nicht mehr genutzt hätte.

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Olympus Pen F und die vielen Halben.

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Von einer Kamera, welche anstelle eines gleich zwei Bilder ausspuckt, habe ich erst im Zuge meines Kamerageräusche-Projektes gehört. Fand ich interessant, aber habe dieses Thema erstmal nicht weiter verfolgt. Bis in meinem näheren Umfeld eine Olympus Pen F auftauchte und mir mitgebracht wurde, zum spielen.

 

Ich mag nicht mit technischen Details um mich zu werfen. Aber:

Ich mag das Design. Ich mag die halben Bilder. Ich mag den Sucher im Hochformat. Ich mag das „digitale“ Feeling, da ich damit ganz anders, ungehemmter, fotografiere. Rundum: Ich mag die Kamera, wenn auch Kleinvieh ganz schön viel Mist macht. So viele Bilder auf einmal! Ich weiß nicht ob ich das auf Dauer aushalten würde. Aber ich werde sie definitiv noch mit ein-zwei Röllchen füttern. Hab da ein bisschen abgelaufenes Kleinbildmaterial übrig und die Nikon F2 steht wieder im, fremden, Schrank.

 

 

 

Pocket-Rocket-Power

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Wer mich kennt weiß, dass ich kein Sammler-Gen habe und technischem Schnickschnack nicht so leicht verfalle. Doch die Pentax Auto 110, eine Pocket Kamera mit super Sucher und Wechseloptiken, hat es mir einfach angetan. Es ist um mich geschehen! Ausdrücke welche ich normal für Tierbabys reserviert habe, wie „Och wie süüüüüüüüüüß“, kamen hier auf den Tisch. Die Kamera sowieso. Sogar über den Tisch in meine Tasche!

Aber erstmal zum testen und das ist inzwischen auch geschehen. Das Kassettchen Orca, ein 100 ASA Film von Lomo, wurde geordert, reingelegt, fotografiert, entwickelt und gescannt. Nach meinen eher frustrierenden Pocket-Versuchen vor einiger Zeit bin ich wirklich recht positiv überrascht.

Ich vergleiche die Kamera nun wirklich nicht mit größeren Vertretern. Die Qualität ist mir hier zwar nicht total egal, aber ich sehe das immer im Verhältnis. Die Kamera macht mir gerade so viel Spaß und nun befürchte ich eine „immer-dabei“-Kamera gefunden zu haben. Da ich im Kühlschrank auch eine Vorratshaltung an 110er Film habe, welche definitiv mehr als 10 Tage hält, bin ich da auch nicht sonderlich geizig.

 

Entwicklung/Scan von MeinFilmLab. Kamera von Dimas Fototechnik. Mit allerherzlichstem Dank*!

 

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*Ich habe mir lange überlegt ob ich das dazu schreiben soll, da es immer irgendwie einen Hauch von Sponsoring hat. Doch ich bin allen Beteiligten einfach so dankbar, dass ich damit auf die entsprechenen Personen aufmerksam machen möchte. Ohne solche Aktionen bzw. Menschen könnte ich mich in der analogen Fotografie nicht so austoben!

Bilora Box – Die Mutprobe

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Man nehme einen geschenkten und seit 10 Jahren abgelaufenen Diafilm, eine bisher unbekannte Boxkamera, für meine Verhältnisse unglaublich viel Mut und gehe ohne Belichtungsmesser ziellos durch die Stadt. Heraus kamen, ich hätte damit wirklich nicht gerechnet, doch tatsächlich Fotos.

Wer kennt es nicht, manchmal geht man mit Projekten oder Vorhaben ziemlich lange „schwanger“ und traut sich nicht so recht an die Umsetzung. Ich bezeichne mich selbst eigentlich als jemand ziemlich verkopftes und traue mich nur sehr zögerlich an Neues ran. Doch in letzter Zeit packt es mich immer häufiger, erst letztens mit der Bilora Box vom Chef. Dieser Kasten war mir schon immer suspekt und bleibt es auch noch bis jetzt. Denn dort kann ich nur zwischen zwei Blenden wählen und eine wirkliche Zeit kann ich auch nicht bestimmen. Wagemutig packte ich dann auch noch den abgelaufenen 50 ASA Diafilm in die Kamera und zuckelte mal schnell um die Ecke zum Staatstheater Karlsruhe, um dort den Auslöser zu betätigen.

Was soll ich sagen? Diese unperfekten Fotos haben mir heute dennoch große Glücksgefühle bereitet und die Kamera wird bestimmt noch das ein oder andere mal verwendet. Dann aber ein bisschen zielgerichteter und nicht so flapsig. Immerhin weiß ich nun, dass man damit arbeiten kann…..auch ohne viel Technik. Vielleicht bin ich dann auch irgendwann mal bereit für eine Lochkamera. Im Moment kann ich es mir noch nicht so recht vorstellen ohne Auslösegeräusch zu fotografieren. Vor allem steckt mir meine durchaus technische Ausbildung mit all ihren Verlängerunsfaktoren und Formeln noch ziemlich fest im Kopf, was mich an solch spontanen Aktionen meist hindert.

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Leica M2

janalog-ausgeliehenVor zwei Wochen hat es mich gepackt. Das schöne Wetter und der freie Nachmittag lockten um endlich mal wieder raus zu gehen. Doch da es alleine so wenig spaß macht schnappte ich mir die Leica M2, welche hier rum steht und führte diese aus. Ich muss ja wirklich sagen, dass der Mythos bzw. die Faszination LEICA bei mir überhaupt nicht greift. Bisher hat es mich überhaupt nicht in den Fingern gejuckt mit dieser Kamera arbeiten zu wollen.

Das gute Stück wurde wohl schon länger nicht mehr genutzt und das Material löst sich langsam auch etwas. Doch da eine Kamera zum fotografieren gedacht ist, ist mir das sowas von egal. So zuckelte ich, lediglich mit dem 135mm bestückt, durch das sommerliche Karlsruhe. Doch schon nach ein paar Metern wurde ich mir bewusst das ich eine LEICA um den Hals trage und schämte mich irgendwie ein bisschen. Gedanken von „Oh, alle gucken die Kamera an. Die denken jetzt sicher das ich mich mit der Kamera wichtig machen möchte“ kamen mir in den Sinn. Doch Kopf hoch halten, durch den Sucher schauen und versuchen an Kamera und Kleinbild gefallen zu finden! Ich bin mit dem Format immer noch auf Kriegsfuß und weiß nicht genau ob ich es mag. Die Kamera ist aber doch ganz nett. Vor allem die umschaltbare Sucherrahmengröße war ein kleines technische Detail, welches ich durchaus süß fand. Ab und an rutschte mir der Fokus weg, totz Hinweiß vom Chef, und einige Bilder sind damit nun unscharf geworden. Aber es war immerhin auf der erste und bisher einzigste Film mit einer Sucherkamera.

Hm, was gibt es neben unwichtigen technischen Details noch zur Kamera zu sagen? Es war ein netter Spaziergang und ich gebe ihr noch ein-zwei Filme um mich zu überzeugen. Aber es war keine Liebe auf den ersten Blick. Eher ein Superstar, welcher von vielen Seiten angehimmelt ist, man nicht so übel findet aber dessen Nase und Mythos einfach nicht im eigenen Leben greift. Man könnte auch One-Day-Stand dazu sagen, wobei sich auch eine kleine Affäre daraus entwickeln könnte. Hauptsache eins: Keine Verpflichtungen (sprich: kein Besitz).

Hier ein paar stiefmütterlich digitalisierte und behandelte Negativ-Scans vom (un)romantischen Spaziergang:

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