BILD____reise – Vor einem Jahr

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Gestern vor einem Jahr startete ich meine BILD___reise, welche insgesamt 9 Wochen dauerte. Zwar kommt es mir vor, als wäre es noch länger her. Vor allem die Kontate zu den Menschen, welche ich kennen lernen durfte fühlen sich an, als würden diese schon viel länger dauern.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal für all die Er- sowie Verfahrungen danken, es war eine wirklich tolle Zeit.
Rückblickend war es jedoch auch ziemlich anstrengend immer im Mittelpunkt der jeweiligen Aufmerksamkeit zu stehen. Alle paar Tage von Neuem. Es drehte sich quasi immer um mich, meine Fotografie sowie dem Projekt. Zwar stehe ich gerne im Mittelpunkt, jedoch war das vor allem nach der Reise so eine spezielle Sache, ich musste mich erstmal wieder erden. Es ging nicht mehr um mich, mein Alltag hatte mich wieder und ich musste diesen wieder alleine organisieren.
Es war für mich und meine Entscheidungsunfreudigkeit sehr bequem, mich in die jeweils gegebenen Strukturen der Gastgeber ein bisschen fallen zu lassen. Ich hatte einen Rahmen in welchem ich agierte und Zuhause war ich wieder komplett frei und hatte zum Teil ein sehr großes Problem damit.

Inzwischen hat sich alles wieder eingependelt, doch bin ich gerade eher sehr zurückhaltend was sich Fototreffen, größere Fotografen-Ansammlungen und Neubegegnungen betrifft. Vielleicht hat es etwas mit dem Studium zu tun und auch mit der BILD___reise. Doch ich mag es gerade gerne etwas ruhiger und kann nicht mehr so viel über Fotografie reden. Nicht in dem Rahmen des „neuen Kennenlernens“, bei welchem man selbst immer die relativ ähnlichen Gespräche hat.
Das geht gerade nicht mehr.

Ich freue mich trotzdem über die kommende Zeit, in welcher ich jeden Tag für mich selbst über den jeweiligen Tag vor einem Jahr ein bisschen nachdenken werde. Mal schauen was für Erkentnisse ich daraus noch ziehen werde.

GfphE – Die Edeldrucker

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Als ich bei Werner Kumpf war, erzählte dieser mir davon, dass er nun Mitglied bei den Edeldruckern (GfphE) sei und suchte mir gleich dazu passendes Papiermaterial raus. Hierbei tauchte die Einladung zum Jahrestreffen auf, welches ein paar Tage später in Fulda stattfinden sollte.
Natürlich kribbelte und ratterte es sofort in meinem Kopf, welche Stationen ich wie verschieben könnte um dabei zu sein. Tatsächlich bekam ich das Ok vom Vorsitzenden Torsten Grüne und konnte mir zeitlich Platz verschaffen.

gfphe-10Bei dem Treffen wurde nämlich nicht nur Vereininternes besprochen, sondern es war auch eine kleine Filmproduktion zu den verschiedensten Edeldrucktechniken geplant.
Dieser Film soll nächstes Jahr auf einer Ausstellung in Koblenz als Dauerschleife laufen, um einen Eindruck von den Prozessen hinter den dann dort ausgestellten Arbeiten zu bieten. So half ich beim Dreh und konnte gleichzeitig auch verschiedenste Prozesse kennen lernen.

Cyanotypie, Gummidruck, Salzdruck, Heliogravüre, Platindruck…….es gibt so viele Arten ein Bild auf Papier zu  bringen. Und jede davon hat ihren eigenen Reiz. Wer mehr über den Verein und die Techniken lesen möchte, der schaut am besten auf der Webseite der Edeldrucker vorbei, da steht einiges dazu geschrieben.
www.edeldruck.org

Ich werde nächstes Jahr rechtzeitig über die genaueren Daten zur Ausstellung informieren und vielleicht gibt es den Film auch mal im Netz zu sehen.

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Menschen

Es wird wohl ein etwas sentimentaler und glücklicher Text werden, doch meine aktuelle Stimmung muss einfach ausgenutzt werden.

Diese Stimmung erinnert mich nämlich an meine, inzwischen einige Wochen zurückliegende, BILD___reise und der viele Kontakt zu meist recht fremden Menschen. Heute hatte ich nämlich Besuch von einem Menschen, welcher mir eine sehr große Menge an Film für diese Reise zur Verfügung gestellt hat. Eigentlich war er hier um die Gegenleistung in Form eines Handabzugs abzuholen.
Doch Schlussendlich ging er ohne, es wird eine Nachlieferung werden.

Aber darum geht es nicht, sondern um den Grund unserer Bekanntschaft, welche, wie so viele, durch das Internet entstand. Es ist gerade ein sehr großes Gefühl an Dankbarkeit gegenüber den Menschen, welche direkt oder indirekt an diesem Projekt teilgenommen haben bzw. allgemein an meine Arbeiten und Projekte glauben und mir dadurch so viel Motivation geben.
Es ist nicht nur das Materialistische in Form von Film, Entwickler, Papier oder eines Übernachtungsplatzes, sondern vor allem die persönlichen Bekanntschaften, welche entstehen.
Seit dem etwas unglücklichen Ende der Reise bin ich vergleichsweise ziemlich zurückgezogen und mache mir öfters etwas Stress. Stress, wie ich denn meine Erlebnisse und die Bilder verwerte und präsentiere. Ich habe gleichzeitig das Gefühl irgendwas zeigen zu müssen, es ist ja eventuell für manche nicht ganz uninteressant, und ebenso das Gefühl diese Zeit für mich alleine behalten zu wollen.
All die tollen Begegnungen und Gespräche, welche wahrscheinlich öfters mal ausuferten, da ich gefühlt viel zu viel über mich erzählte.
Doch ich möchte diese Zeit nicht missen, wünsche mir sogar dieses Gefühl zurück, welches ich heute wieder erleben durfte. Es ist eine Art Unbeschwertheit, die ich im aktuellen Alltag oft nicht finde.
Ich fand mich in den letzten Wochen in dem großen Widerspruch wieder, in die Dunkelkammer zu wollen, jedoch komplett blockiert zu sein. Es ging aus verschiedensten Gründen nicht und das schlechte Gewissen fraß mich auf. Dazu kam der Druck nicht mehr lange hier zu sein und meine Zeit am Besten nutzen zu wollen.
Jetzt fühle ich mich wieder auf eine gewisse Art geerdet.
Ich glaube es sind die Menschen, Menschen mit gemeinsamen Interessen, welche mich und meine Ideen am laufen halten. Danke!

Nun ist es nur noch einen Monat bis zu einem neuen Leben. Ein neues Leben mit neuen Menschen, mit einem Studium voller Menschen mit gemeinsamen Interessen.
Ich freue mich. So gerne ich meinen Arbeitsplatz hab, es wird Zeit von Auftragsfotos und Photoshop Abschied zu nehmen, um endlich wieder mit anderen Meinungen, Einstellungen und Gegebenheiten konfontiert zu werden.
Wieder (fotografisch) zu leben.