Polaroid Polachrome

Vor einiger Zeit hab ich einen Polachrome geschenkt bekommen.
Auf meiner BILD___reise hab ich ihn auf dem Sommerfest vom MeinFilmLab genutzt, davor hatte ich nur einige Polapans „durchgedreht“.
Von einem Besucher wurde die SLR abgeschwatzt und dann ging es los. Da mehrere Leute damit fotografiert haben, zeige ich nur eine kleine Auswahl an Bildern.
Wobei mein Portrait von Thomas Biesenbach aufgenommen wurde.

Ich möchte dazu ermuntern, die Filme wirklich zu genutzen und nicht vergammeln zu lassen.
Wie oft hab ich schon gehört „das geht ja eh nicht mehr“. Bisher, und ich habe schon bestimmt 4-5 Rollen von beiden Arten durgedreht, kamen überall Bilder raus!
Zwar nicht perfekt, aber das erwartet man auch kaum. Oder?

Die Dias wurden nicht von mir gescannt und ich habe absichtlich an keinen Reglern rumgedreht…..

 

Wenn ein Bild verschwindet

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Wenn man mit vielen „Analogfotografen“ spricht und in diversen analogen Fotografieforen rumscrollt, dann bekommt man früher oder später mit, dass der Begriff „Archivfest“ durchaus eine große Bedeutung und Wichtigkeit hat. Zwar wird das Filmmaterial, im Vergleich zur digitalen Problematik, als recht langlebig betrachtet, denn nicht umsonst werden im Barbarastollen bei Freiburg wichtige Dokumente auf Film gelagert. Doch damit dies auch wirklich der Fall ist muss man ein bisschen aufpassen. Neben dem richtigen entwickeln, ausreichend fixieren sowie genügend wässern ist das passende Material und die Lagerung dafür ziemlich wichtig. Bei Negativen und Abzügen.

Wenn wir uns fotogeschichtlich zurückerinnern, war doch genau diese Bildstabilität das größte Problem. Doch anscheinend haben wir das nun gelöst. Oder doch nicht?

Nahezu gegenteilig dazu fungiert die Smartphone-App Snapchat. Ich verurteile dieses Programm nicht, im Gegenteil, ich finde diese Bildwahrnehmung irgendwie reizvoll.  Zwar juble ich diese Bilderflut und Bildrezeption ganz und gar nicht hoch, doch im Vergleich zum nahezu gleichen Wahn der Archivfestigkeit ist dies wohl eine nachvollziehbare und nicht aufhaltbare gesellschaftliche Entwicklung.

Als Fotograf/in geht man jedoch meist mit einer ganz anderen Einstellung dran, gerade im Analogen. Unsere Fotos sind wirklich da, man kann sie anfassen. Doch auch unter diesen gibt es welche die verschwinden. So ist es mit einem Polaroidabdruck geschehen, welchen ich meinem ehemaligen Fotodozenten geschenkt habe. Dieser hängt an der Wand seines ziemlich hellen Büros und fing mit der Zeit langsam an zu verschwinden. Nach inzwischen einem Jahr hängt nur noch ein theoretisch leeres Blatt Papier im Rahmen.

Als er mir erzählte, dass das Bild immer blasser wird, kam bei mir keine Panik auf. Auch wenn es immerhin ein Unikat war, es ist ein Geschenk an ihn. Nun ist es weg, aber irgendwie immer noch da. Das Wissen, dass sich genau an dieser Stelle des Papiers Strukturen, Formen und auch Farbe abgezeichnet haben, hat etwas ziemlich persönliches. Immerhin weiß er, ich und auch ein paar andere, was für ein Bild in diesem Rahmen hing bzw. imaginär noch hängt. Die „neuen“ Betrachter sehen nur ein leeres Blatt Papier.

Ist das nicht wunderbar? Das Wissen dieses Bild nahezu für sich alleine zu haben? Mir geht es auf jeden Fall so, auch wenn ich ein Scan davon auf der Festplatte gespeichert habe. Aber ich verzichte darauf, dies im Vergleich auch zu zeigen. Es ist sein Bild!