Zusammenfassung 16: Darmstadt und Deidesheim

janalog-unterwegsDARMSTADT. Letzten Freitag war, wieder Name schon sagt, mein freier Tag und dieser wurde dafür genutzt um mal wieder unterwegs zu sein. Dieses Mal ging es nach Darmstadt in das/die offizin, wo Armin Oehmke, welchen ich letztes Jahr auf dem Fineartforum in Paderborn kennen lernte, ein Praktikum macht. Zwar steht dieses Projekt noch ziemlich am Anfang und die tolle Lichtdruckmaschine noch nicht an ihrem eingeplanten Platz, aber die Räumlichkeit ist da und die Motivation groß. Denn dies ist das Ziel: Eine Lichtdruckmaschine in Betrieb zu nehmen und damit wunderbare Drucke zu machen! Vor Ort gibt es bisher schon einen Verkaufsraum, Ausstellungsflächen, ein kleines Studio, eine (Druck)Werkstatt sowie eine (Miet)Dunkelkammer. Viel Platz um sich auszutoben, welches auch in geplanten Workshops für jedermann angedacht ist. Ich hoffe, dass das/die offizin ihren Weg gehen und viele Menschen glücklich machen wird!

Mich machte das Team auf jeden Fall schon glücklich, denn während meinem Besuch keimte spontan die Idee bzw. Frage auf, ob man eine Cyanotypie auch auf der Haut machen könnte. Kinder bitte nicht nachmachen, ist wahrscheinlich nicht ganz so gesund…..aber ich konnte es mir dann nicht verkneifen. Bleibt auch bei diesem einen Mal! Danke an das Team und an Armin für die Dokumentation. Inzwischen bin ich nicht mehr blau, aber auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher. Es hat wirklich ordentlich gehoben, wobei ich Abends meinen Arm geschrubbt habe. Die Aktion war mir dann doch etwas suspekt, muss ich mal ehrlich zugeben. Leider wurde es kein richtiges Bild vom Negativ, sondern nur ein bisschen janalog.

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DEIDESHEIM. Am Samstag fuhr ich zudem noch in die schöne Pfalz, genauer gesagt nach Deidesheim. Dort besuchte ich die Vortragsveranstaltung vom Deutschen Foto- und Filmtechnik Museum zum Thema Farbfotografie. Dieses Thema beschäftigte mich in meinen eigenen Arbeiten bisher eher weniger und da ich selbst wahrscheinlich keine ausführliche Lektüre dazu lesen würde, kam mir die Veranstaltung gerade recht. Der Festvortrag am Vormittag ging auf die Geschichte der Farbfotografie ein und gab mir als Jungspund einen guten Einblick in all die verschiedenen Filme und deren Farbwirkungen. Faszinierend fand ich die Gegenüberstellung von den Aufnahmen, welche in all den Jahren ihre Farbigkeit verändert hatten, jedoch aber wieder Rekonstruiert wurden! Der Vortrag basierte auf Dias,  von Repros und Originalen, was ich aus meiner Schulzeit noch als sehr verstaubte Angelegenheit im Kopf hatte. Hier hat es jedoch gut gepasst und war angenehmer als so manche Powerpoint-Präsentation.

Doch am besten haben mir mal wieder die Vorträge gefallen, welche nicht so sehr auf die technischen Seiten fixiert sind. So überzeugten mich „Autochrome-Fotografie von Heinrich Kühn“ von Dr. phil. Sandra Abend, „Kodachrome – der Film der Fotojournalisten“ von Michael Ebert sowie „Künstlerische Positionen der Farbfotografie“ von Dr. phil. Claude W. Sui mit am besten. Die später folgenden Themen waren mir zu technisch und zudem aus meiner Fotoschulzeit sowie der alltäglichen Arbeit schon bekannt.

Insgsammt bin ich jedoch froh teilgenommen zu haben, auch wenn ich wahrscheinlich mit Abstand die jüngste Teilnehmerin war. Trotz allem fand ich die Veranstaltung, ohne es böse zu meinen, ziemlich spießig. Aber das ist schon ok so und gehört hier wohl einfach mit dazu. Das Museum reiht sich da mit ein und löste in mir ein paar Alarmglocken aus. Ich finde es sehr löblich, dass das Museum hauptsächlich von Ehrenamtlern betreut wird, doch auch hier ist der Altersdurchschnitt sehr weit oben ansetzt. Das macht mich immer ein bisschen traurig und ich sorge mich um die Zukunft solcher toller Institutionen. Das ist wohl noch ein Überbleibsel von meinem Ausflug in das Kultur- und Medienpädagogik Studium. Denn es schwirren mir sofort Gedanken und Fragen im Kopf herum wie man jüngere Leute in das Museum bekommt……..

Mal schauen, vielleicht fällt mir noch etwas sinnvolles ein. Trotzdem ist das Museum einen Besuch wert, denn es reiht sich sehr gut in das Städtchen Deidesheim ein. Deidesheim gehört nämlich zur Cittaslow-Vereinigung/Bewegung und ist

„…eine Stadt, in der Menschen leben, die neugierig auf die wieder gefundene Zeit sind, die reich ist an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den Wechsel der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontaneität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet…“

(Quelle: Cittaslow Manifest)

Deutsches Foto- und Filmtechnik Museum  |  www.facebook.com/dftm.de

 

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