Rollfilmschutzpapier

rollfilmrueckpapier

Ich bin hier auf dem Blog etwas stiller, da es gerade kaum fertige Arbeiten gibt und ich auch kein interesse daran habe, einzelne Fotos zu zeigen – dazu wird es wohl bald auch einen eigenen Text geben. Doch ich möchte versuchen euch wieder mehr in meine fotografische Interessen einzubeziehen.

Darum geht es jetzt auch um das Rollfilmschutzpapier, oder wie auch immer die genaue Bezeichnung dafür lautet. Auf jeden Fall sind mir in den letzten Jahren einige tolle Exemplare in die Hände gekommen, welche ich gerne in meine Arbeiten aufnehmen möchte. Mich fasziniert vor allem die Vielfalt dieses „Abfallprodukts“, in Farbe, Form und Typografie. Es ist da um unseren Film zu schützen und um die richtige Positionierung unserer verschiedenformatigen Aufnahmen zu gewährleisten. Die Nummern, welche man, je nach Kamera, durch die kleinen roten Fenster sieht, stehen für so viele potenzielle Aufnahmen.

Bisher habe ich dem Rollschutzpapier einen kleinen Film gewidmet. Bei Exposed nutzte ich das vorgegebene „Layout“ als eine Art Notenblatt für meine Kamerageräusche. Aktuell habe ich meine liebsten drei Schutzpapiere eingescannt um damit in verschiedene Richtungen weiter zu arbeiten. Eventuell sogar wieder in bewegter Form für eine Prüfungsarbeit, da sich das Papier auch in dieser Form durch die Kamera zieht und meist nie in kompletter Spannweite zu sehen ist. Ich bin gespannt wohin meine Gedanken und Arbeiten damit noch führen werden, es bleibt spannend.

Fotosoziale Beobachtungen

foto_im_kopfIn der letzten Zeit beschäftige ich mich desöfteren mit alten Fotozeitschriften, sowie Fotobüchern. So stammt diese Zeichnung aus der 50er Jubiläumsausgabe der Photopresse des Jahres 1995 und steht für mich symbolisch für mein Fotowörter-Projekt. Denn die meisten Wortneuschöpfungen und Neuinterpretationen stützen sich aus „fotosozialen Beobachtungen“, welche sich bei mir in den vergangen über 10 Jahren angesammelt haben.

Ich hatte und habe mit vielen Fotoleuten zu tun, ob es nun die jüngeren aus der Fotoschule waren, die eher etwas älteren aus Fotostammtischen und Internetforen oder sogar Beziehungen. Mein Leben war und ist auch noch sehr fotolastig, was mir langsam durchaus auch etwas fotolästig wird. Daraus haben sich einige Interessen entwickelt und erreichen gerade einen Punkt, an dem ich diese wohl verbinden werde. Mal schauen was daraus wird, es ist auf jeden Fall sehr spannend „Fotomenschen“ zu beobachten (sei es auch nur in Erinnerungen) und gleichzeitig in älteren Publikationen zu recherchieren.

Die Kamera bleibt dafür jedoch weitestgehend unberührt. Gedanken dazu kommen demnächst.

 

10 Gebote für den Camerabesitzer

Folgende „10 Gebote“ wurden in den Agfa Photoblättern (11/1929,12/1928) abgedruckt und haben mich so fasziniert, dass ich diese einfach abtippen musste. Diese Vermenschlichung ist genau nach meinem Geschmack.

  1. Behandle deine Camera wie ein weibliches Wesen! Denn es heißt ja doch „die“ Camera.
  2. Putze sie öfter, damit sie jung und schön bleibt, und du deine Freunde an ihr hast!
  3. Schmücke sie mit einem dauerhaften Kleid (genannt Ledertasche), damit sie vor Staub, Regen und Stoß geschützt ist!
  4. Laß sie nicht herumliegen, damit nicht andere ihre rohe Kraft an ihr auslassen!
  5. Verlange von ihr keine Leistungen, für die nur Spezialcameras bestimmt sind!
  6. Verleih sie nie! Sie kann solche Behandlung nicht vertragen und ist meist lazarettfähig, wenn sie überhaupt zurückkommt.
  7. Nimm sie nicht mit zu Kneiptouren! Das stört den (ge)häuslichen Frieden und kostet meist ein neues Kleid (Lederbezug).
  8. Nimm sie nicht auseinander! Deine Frau kannst du auch nicht ohne Schaden operieren.
  9. Putze ihr Auge nur mit einem weichen Leinenlappen oder ähnlichen Stoff, damit es nicht erblindet!
  10. Wer seine Camera lieb hat, läßt sie – nicht – zu Hause, weil sie sonst bei jeder guten Aufnahmegelegenheit fehlt.

Fotografische Ambivalenz (2017)

Es ist ein etwas älterer Text, bzw. Gedankenfetzen, aus dem janalogen Notizbuch. Die Worte sind zwar ziemlich persönlich, doch ich mag nicht nur die Friede-Freude-Fotowelt zeigen, sondern auch, was mich negativ beschäftigt.


Es ist so eine Sache mit der Fotografie, oder, ich sollte den Artikel weglassen! Es ist so eine Sache mit Fotografie.
In ihrem Wesen ein technisches Medium, basierend auf Physik und Chemie sowie Nullen und Einsen, wird es spätestens beim anwenden kompliziert. Die Technik und Wissenschaft vermittelt ein Richtig-Falsch-Denken, denn es lässt sich so vieles messen und vergleichen.
Doch es gibt auch noch eine menschliche Seite. Wir ticken verschieden, denken, fühlen, handeln, sehen, nehmen war.

„Und, was machst du so?“ – „Ich fotografiere“.
Ja, Fotografie. Ich beschäftige mich mit ihr auf verschiedenen Ebene. Ein einfaches Wort, es ist doch damit alles gesagt.

„Kannst du Bewerbungsfotos von mir machen?“
„Ja, cool, ich fotografiere auch gerne“
„Ich wollte mir eine neue Kamera kaufen, hast du einen Tipp für mich?“
„Kannst du dann auch Photoshop? Dann mach mich doch mal hübsch“

Es gibt unzählige Reaktionen auf dieses Wort, den Beruf, das Bekenntnis. Doch mit den meisten kann ich mich nicht identifizieren.
DIE Fotografie gibt es nicht, ich will es auch nicht. Ich mache Fotografie, schaue sie mir an – sie ist in meinem Leben sehr wichtig.
Fotos: Die schönere Welt. Aufs Knöpfchen drücken – juhu.

Ich stelle mir vor, dass ich mit meinen aktuellen Symptomen zum Arzt gehe. Erst langes rätseln, an was leide ich denn?
Verzweiflung, ich mache mir zu viele Gedanken, Perfektion, unendliche Faulheit. Mir wird schlecht von verdrehten Farben, weiß jedoch nicht wie ich diese „richtig“ hinbekommen soll ohne verdammt schlechte Laune zu bekommen. Schlechte Laune von Bildern, ja! Verdammte Scheiße, ja!
Der Arzt kann mir nicht helfen, wahrscheinlich sollte ich in die Klapsmühle. Ich bin verrückt und weiß es. Ich weiß das ich in dieser Hinsicht ungesund lebe. Totale Schizophrenie im fotografischen tun und handeln. Ich möchte es trotzdem, kann nicht davon weg – mein Leben ist Fotos und ich werde an diesen bestimmt irgendwann zugrunde gehen. Diese Achterbahn namens Fotografie. DIE Fotografie? Aber warum denn nur? Was ist es überhaupt? Eine Tätigkeit, ein Handeln, Beruf, Beiläufigkeit oder tatsächlich eine Lebenseinstellung?
Ich weiß es nicht, weiß nur, dass ich davon nicht loskomme. Ich liebe sie und hasse sie. Sie macht mich glücklich und auch so abgrundtief traurig, wütend, verzweifelnd.

Fragende Gedanken (2018)

Ein kleiner Einblick in Notizen aus dem „janalog“ von 2018. Fragen, welche mir öfters im Kopf herum schwirren.

.Bedeutet Angst bei der Fotografie (Aufnahme), dass einem das Motiv von Bedeutung ist?

.Bedeutet „Hier gibt es nichts zu fotografieren“ dies wirklich, oder ist man dazu einfach nicht bereit? Bedarf es einer Foto-Stimmung?

.Warum hat man Foto-Ausreden? Schlechtes/Falsches Licht, keine Motive, schlechtes Wetter etc?

.Warum und wie verändert sich der eigene Blick, mit und ohne Kamera, im Alltag?

.Gibt es Unterschiede auf Fotospaziergängen, wenn man die Kamera im Rucksack, um die Schulter oder in der Hand hat?

.Wie weit darf, soll und kann man für die Umsetzung seiner Ideen gehen?

.Wie wichtig sind die Geschichten, Umstände und Ereignisse um das Bild (bei der Aufnahme) herum für eben dieses?

.Muss man die Frage nach dem „Warum“, also dem Existenzgrund eines Bildes, beantworten könen?

.Reifen manche Bilder wie Käse und werden mit der Zeit besser? – Oder entwickeln wir uns dahingehend weiter? Wieso hilft die Zeit so oft dabei?

.Wer hat dieses Bild, mit welcher Absicht, gemacht?

.Wie leicht lässt sich die Bedeutung eines Bildes verschieben?

.Was ist mehr wert? Das Einzelbild, in „perfekter“ Ausarbeitung oder die Idee, das Konzept, welches dahinter steckt?

.Was war bei Serien als erstes da? Die Idee bzw. das Konzept oder das erste Bild?